Das "Alte" Katasteramt

Englische Soldaten beim Appell
Englische Soldaten beim Appell
Englische Soldaten beim Appell
Das renovierte Katasteramt 2008
Das renovierte Katasteramt 2008
Das renovierte Katasteramt 2008
Das renovierte Katasteramt 2005
Das renovierte Katasteramt 2005

(Paradeplatz 9 / Festungskasse und ehemaliges Katasteramt)

Erbaut wurde das Gebäude um 1698 in Form eines Backstein Traufenhaus. Wahrscheinlich handelt es sich auch hierbei um einen Pelli-Bau, der ursprünglich Garnisonskasse zur Verwaltung des Soldatensolds war.

Neuer Forschungen in den Archiven gehen allerdings davon aus, dass auch dieses Gebäude zunächst für eine adelige Privatperson errichtet wurde.

Im Eingangsbereich des Flures soll eine Geldrutsche installiert gewesen sein, die vom Erdgeschoss in den Keller führte. Bei den Renovierungsarbeiten des Kellergeschosses im Jahre 2006 wurde im vorderen Bereich der Flurdecke auch ein verfülltes Loch gefunden.

Vom charakteristischen Treppenaufgang, der zunächst aus Holz bestand und lediglich zu einer Seite eine Treppe aufwies, sprachen dänische und preußische Offiziere zu ihren Truppen. Auf den Paradeplatz sollen nach Schätzungen mehr als 120.000 Menschen passen. Diese Zahl wurde sicherlich nie erreicht.

Unter anderem sprachen hier auch die Bundeskanzler Adenauer, Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß während seiner Kandidatur zum Bundeskanzler.

Konrad Adenauer
Kai Uwe von Hassel
Zuschauer der Wahlkampfveranstaltung
Konrad Adenauer vor dem Katasteramt
Konrad Adenauer
Konrad Adenauer
Zuschauer der Wahlkampfveranstaltung

Anfang der preußischen Zeit wurde das Gebäude dann als Amtsgericht genutzt und nachdem die Katasterämter eigenständige Behörden wurden, ab 1903 als Katasteramt.

Bis 1924 wurde das Gebäude dann zusammen mit der Kreiskasse genutzt und von 1945 bis 1948 erfolgte eine Beschlagnahme durch die britische Besatzungsmacht. In dieser Zeit wurde das Katasteramt in den Gebäuden des ehemaligen Zollhauses ( Materialhofstraße ) untergebracht.

Bis 2004 war in dem historischen Gebäude das Katasteramt untergebracht, welches dann allerdings mit verschiedenen anderen Ämtern in Kiel zusammengelegt wurde. Nach der Renovierung sind nun in dem Gebäude Büroflächen entstanden, die seit März 2011 den Unternehmensverband Nord, den Unternehmensverband Mittelholstein und die Gefas beherbergt.

Mit dem Weggang der Katasterverwaltung 2004 ergab sich für uns die Gelegenheit zur Übernahme dieses historischen Gebäudes. Das Gebäude befand sich allerdings in einem desolaten Zustand, so dass umfangreiche Renovierungsarbeiten erforderlich waren.

Das "Alte" Katasteramt während der Renovierung
Das "Alte" Katasteramt während der Renovierung
Das "Alte" Katasteramt während der Renovierung
Das "Alte" Katasteramt während der Renovierung

Mit der Entkernung des Gebäudes wurde im März 2004 begonnen. Bei der Renovierung waren uns die Firmen Günther Plikat aus Jevenstedt, Grimm aus Fockbek, Elektronik Mückenheim aus Fockbek, sowie die Dachdeckerei Schulz aus Rendsburg behilflich.

Mit viel Eigenengagement und einer tatkräftigen Familie, wurde das Gebäude von oben nach unten entkernt und erhielt neben einer neuen Elektrik, einer neuen Heizung, neuen Decken auch einen neuen Dachstuhl.

Insgesamt dauerte die Renovierung des Gebäudes lediglich 3 Monate. Die abschließenden zogen sich hin bis 2007. Nach der Fertigstellung der Obergeschosse wurde der  Kellers renoviert und diente seit 2008 unserem Büro. Im Jahre 2006 konnten wir schon mal die „vorläufige“ Fertigstellung mit vielen Gästen und Kunden feiern.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde das „Alte Katasteramt“ neu eröffnet.
Im Jahre 2010 wurde dann die Fassade zum Paradeplatz grundsaniert und die Fenster ausgetauscht. Wir glauben mittlerweile nicht, dass wir jemals fertig werden. Wir wurden allerdings jeden Tag mit einem der schönsten Arbeitsplätze in Rendsburg belohnt.

Seit 2013 haben wir nun ein neues Zuhause. Das "Alte katasteramt" wurde vermietet und wir arbeiten jetzt im "Alten Topographiegebäude" in der ehemaligen Eiderkaserne.