Festungskasse und ehemaliges Katasteramt 1956
ehemaliges Katasteramt um 1880
Hauptwache um 1880
ehemaliges Katasteramt und Kommandantur
Preussische Soldaten auf dem Paradeplatz
Paradeplatz um 1975
Paradeplatz um 1930
Paradeplatz um 1880
Paradeplatz um 1880
Preussische Parade
Preussische Parade
Paradeplatz Mai 1936
Paradeplatz 1902
Altes Katasteramt 2006
Altes Katasteramt 2006

Historisches

Auf der nachfolgenden Seite möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick zum historischen Bereich des Paradeplatzes und der Eiderkaserne geben. 

 

Paradeplatz

Das größte Gebäude am Paradeplatz ist die Christkirche, die in den Jahren 1694 bis 1700 als Garnisionskirche erbaut wurde. Der Name sollte Christus und König Christian IV. gleichermaßen ehren.

Daneben befand sich der Sitz des Generalsuperintendenten, welcher als höchster Kirchenvertreter in den Herzogtümern Schleswig und Holstein hier seinen Geschäften nachging. Später war das Gebäude Sitz der Landräte, danach der Polizei. Heute ist das Gebäude im Besitz des Kreises. Hier wohnte u.a. auch Struensee!

Weitere Nachbargebäude sind das Arsenal, das Hohes Arsenal welches um 1669 gebaut wurde und das niederes Arsenal (1740).Ein bedeutendes Relikt aus der Festungszeit der Stadt Rendsburg ist u.a. das Provianthaus, das Weinhaus und die Hauptwache.

 

Paradeplatz 10

(Kommandantur)

Erbaut wurde das Gebäude 1705 durch Baumeister Pelli (geb. 1656 in Lugano), der maßgeblich die Neugestaltung des Neuwerks im Auftrag des Dänischen Königs plante. Die ehemalige Kommandantur wurde zunächst als Privathaus für den Prinzen Prinz von Glücksburg gebaut und ist dann 1761 in Besitz von Frederik V. übergegangen.

Während der Zeit der Erhebung (1848 bis 1852 ) befand sich im Gebäude die Regierung Schleswig-Holsteins. Von 1761 bis 1864 war das Gebäude dänische Kommandantur und nachdem die Preussen die Dänen in der Schlacht an den Düppeler Schanzen besiegten, von 1866 bis 1918 preußische Kommandantur.

Im Erdgeschoss befanden sich Wohn- und Diensträume des Festungskommandanten und im 1. Obergeschoss ein Rokoko-Saal mit Stuckdecke und Kaminen.

Am 18.03.1803 verstarb hier König Christian VII, der sich in seiner südlichsten Festungsstadt aufhielt, nachdem Kopenhagen von den Engländern durch eine Seeblockade belagert wurde.

Seit 1919 war das Gebäude dann Finanzamt und seit 1954 befindet es sich im Privatbesitz der Familie Knudsen / Grünewald.

Heute befindet sich in dem Gebäude ein Wohnungsbauunternehmen, eine Anwaltskanzlei, eine physiotherapeutische Praxis, sowie die Geschäftsstelle der CDU.

Schloss am Meer
Tulipanstrasse
Tulipanstrasse
Schloss am Meer
Schloss am Meer
Elefantenstrasse
Arsenalstrasse (Kasernengelände)
Arsenalstrasse (Kasernengelände)

Eiderkaserne

Die Gebäude der Kaserne wurden auf der im 19. Jahrhundert geschleiften Festungsanlage im Bereich der ehemaligen Soldatenbaracken am Paradeplatz errichtet.  Die in den Jahren 1935 bis 1936 gebaute Kasernenanlage stellte einen Kasernenkomplex dar, der bis zum Jahr 1945 in Artillerie-(Blottnitz-Kaserne) und Eider-Kaserne unterteilt war. 

Einige der Gebäude der damaligen Eider-Kaserne wurden 1905/06 fertig gestellt. In den beiden Kasernen waren bis zum Jahr 1945 die 4. und 5. Abteilung und der Regimentsstab des Artillerie-Regimentes 30 untergebracht . Am 08. Mai 1945 besetzten die britischen Streitkräfte Rendsburg, am 10.05.1945 die Eider-Kaserne. Während der Nachkriegszeit wurden die Gebäude der damaligen Eider-Kaserne von verschiedenen deutschen Dienststellen, militärischen Einheiten und Zivilbetrieben genutzt.

Unmittelbar nach Ende des 2. Weltkrieges waren hier ein britisches Regiment, später ein NATO-Stab („Comland“), sowie eine Nachrichten-Kompanie stationiert. Das  im Jahr 1999 aufgelöste deutsch-dänische NATO-Hauptquartier („Headquarter Landjut“) war ebenfalls dort untergebracht. Die norwegischen Streitkräfte nutzten ein Gebäude für Wohnzwecke. Die Wirtschafts- und Mannschaftshäuser der ehem. Blottnitz-Kaserne, die heute außerhalb der Eider-Kaserne liegen, wurden nach Ende des 2.Weltkrieges als Krankenhaus umgenutzt.
Die Übernahme des Standortes durch die Bundeswehr erfolgte im Jahr 1956. Bis zur Schließung war das Fernmeldebataillon 610 der Bundeswehr in der Eiderkaserne stationiert.

Im Zuge der Transformation der Bundeswehr wurde die Kaserne 2008 geschlossen.

Rendsburg (ein kurzer Abriss)

  • Gegen Ende des 11. Jahrhunderts als Reinoldsburg erwähnt
  • Um 1199 die erste urkundliche Erwähnung
  • 1540 erste Stadtbefestigung
  • Ausbau zum Militärstützpunkt wegen eines Krieges mit Lübeck, welches die dänische Herrschaft nicht anerkannte. Da auch Kaiser Karl V die dänische Herrschaft nicht anerkannte, war die Absicherung nach Süden wichtig
  • Ende der 2ten Hälfte des 16. Jahrhunderts begann man mit dem Bau des Schlosses
  • Im 30-jährigen Krieg wurde die Stadt durch Wallenstein (die kaiserlichen) besetzt
  • Danach erfolgte eine Besetzung durch die Schweden nach einer halbjährige Belagerung
  • Ab 1669 wurde dann der Ausbau zur Festung durch Henrik Ruse vorangetrieben, allerdings waren die Festungsanlagen schon bei Fertigstellung 1673 veraltet
  • Eine neue Stadtbefestigung nach modernem Konzept erfolgte dann durch General Major Jobst v. Scholten in den Jahren 1685-1701, deren Ausführung durch den Militätarchitekten Pelli erfolgte
  • Durch diesen Ausbau entstand der Stadtteil Neuwerk gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Ansiedlungen wurden gefördert, Bauplätze unentgeltlich zur Verfügung gestellt und es erfolgte eine Befreiung von Zöllen für Baumaterialien und Zuschüsse für Neubauten
  • Ein radial aufgebautes Straßennetz mit dem Paradeplatz in der Mitte, sektorenförmige Quartiere, prägen das Bild des Neuwerks, welches dem Vorbild einer italienischen Renaissancestadt abgeschaut wurde
  • Die Straßenbenennung am Paradeplatz erfolgte nach Sitzordnung an der Königstafel (Mitte König, rechts davon Königin und Prinzen, links Kronprinz und Prinzessinnen. Auf gegenüberliegenden Seite der Tafel die Herren, die Barone, die Grafen, die Ritter, die Träger des Elefantenordens. Auf der Tafel: Grün, Violen, Rosen, Lilien und Tulipan
  • Rendsburg wird nachfolgend die stärkste Festung des Herzogtums. Handel und Wirtschaft blieben aber eher unbedeutend. Bewegung und Leben gab es nur in Kriegszeiten
  • 1852 erfolgte die Schleifung der Festung. Dänemark erhält nach Frieden von Olmütz die von Preußen besetzten Herzogtümer Schleswig und Holstein. Die Ereignisse der Erhebung von 1848 hatten gezeigt, dass Rendsburg mit reiner deutscher Bevölkerung keine dänischen Ambitionen hatte
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Christian VII; König 1766-1808

  • 1806 Kaiser Franz II. legt die Kaiserkrone nieder und läutet damit das Endes des Deutschen Reiches ein. Dänemark verleibt sich Holstein ein, welches allerdings schon zuvor zum dänischen Gesamtstaat gehörte.
  • Napoleon erlässt eine Kontinentalsperre, um England wirtschaftlich zu bezwingen. Dänemark bleibt zwar neutral, gerät aber zwischen die Fronten. England erklärt Dänemark am 4.11.1807 den Krieg, zerstört Kopenhagen und bemächtigt sich der dänischen Flotte.
  • Ein Hilfsheer Napoleons von 30.000 Mann, bestehend aus Spaniern und Franzosen, zieht durch Rendsburg und muss in der Stadt aufgenommen werden.
  • Wegen der englischen Angriffe auf Kopenhagen wird der kranke Christian VII. im August 1807 nach Rendsburg verbracht und hält sich hier mit 50 Hofbeamten in der Kommandantur auf. Er erleidet einen epileptischen Anfall und verstirbt am 13.3.1808 beim Durchzug des o.a. Heeres.
  • Neuer König wird Frederik IV. und es erfolgt eine vorläufige Beisetzung in Rendsburg. Die Aufbahrung wird vom 26.04. bis zum 7.05.1808 im großen Saal der Kommandantur abgehalten. Zwischen 16 und 18 Uhr hat die Bevölkerung Zutritt. Zu dieser Zeit läuten alle Kirchenglocken in Rendsburg.
  • Am 14.05.1808 wird dann der Sarg in die Christkirche überführt. 12 Obristen tragen den 1100 Pfund schweren Sarg. Die Prozession soll 3 Stunden gedauert haben.
  • Erst nach 6 Jahren erfolgt die Überführung in den Dom von Roskilde.